Aus der Region

Fairtrade-Stadt. Günzburg.

Günzburg. Freude im Günzburger Rathaus: Die Große Kreisstadt Günzburg erfüllt auch zukünftig die Kriterien der Fairtrade-Towns Kampagne und trägt somit für weitere zwei Jahre den Titel „Fairtrade-Stadt“. Dieses Zertifikat muss stets neu erarbeitet werden. Seit 2014 hält die Kommune durchgehend die Auszeichnung.

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig freut sich über die Verlängerung des Titels und kündigte weiteres Engagement der Große Kreisstadt an, um die Fairtrade-Idee vor Ort zu leben. „Die Auszeichnung ist ein schönes Zeugnis und eine Bestätigung für die nachhaltige Verankerung des fairen Handels in Günzburg. Lokale Akteure aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft arbeiten eng für das gemeinsame Ziel zusammen. Ich bin stolz, dass Günzburg dem internationalen Netzwerk der Fairtrade-Städte weiterhin angehört. Wir setzen uns auch zukünftig mit viel Elan dafür ein, den fairen Handel auf lokaler Ebene zu fördern“, sagt Oberbürgermeister Jauernig.

Das Engagement in Fairtrade-Städten ist vielfältig: In Günzburg sind die Faire Hütte auf der Günzburger Altstadtweihnacht oder das Tansania-Projekt der Dominikus-Zimmermann-Realschule zwei Beispiele aus den letzten Jahren. Seit kurzem, so der Oberbürgermeister, kann sogar faire Kleidung in der Innenstadt gekauft werden. Dies, so Jauernig, sei beispielhaft und war eines der Ziele der städtischen Lenkungsgruppe für die vergangene Periode.

„Wir verstehen die bestätigte Auszeichnung als Belohnung und Motivation, uns weiter für eine gerechtere Welt, bewussten Konsum und faire Handelsbeziehungen aktiv einzusetzen“, erklärt Dr. Angelika Fischer, Leiterin der Lenkungsgruppe und weiter „wir wollen das Bewusstsein für faire Produkte wach halten, denn es ist gerade in dieser Zeit wichtig den fairen Handel weiter zu unterstützen. In vielen Produktionsländern sind Lieferketten zusammengebrochen, ist die Nachfrage nach fairen Produkten gesunken, weil die Unternehmen auf der ganzen Welt Umsatzeinbußen haben. Das setzt einen Teufelskreis in Gang, der mit wieder verschlechterten Lebensbedingungen in den Entwicklungsländern, aber auch in Südost-Europa führt. Umso wichtiger ist es, beim Einkauf zu fairen Produkten zu greifen, die keine Konkurrenz zu regionalen Produkten sind.

Und so geht es in Günzburg weiter:

Ideen, die Fairtrade-Stadt Günzburg weiterzuentwickeln, gibt es bereits. Während der fairen Wochen vom 11. bis 25. September wird ein „faires Quiz“ gespielt. Der Fragebogen liegt im Weltladen, in der Kapuzinergasse 1, aus. Es werden wertvolle fair gehandelte Preise verlost, darunter ein fair gehandeltes Kleidungsstück. Außerdem sollen in den nächsten zwei Jahren mehr fair gehandelte Lebensmittel in den Günzburger Gastronomiebetrieben landen und von den Gästen genossen werden können.

Bei den deutschlandweit stattfindenden Fairen Wochen dreht sich unter dem Motto „Fair statt mehr" alles um das 12. UN-Nachhaltigkeitsziel: Nachhaltiger Konsum und Produktion. Mit dem Jahresthema wird die Frage aufgeworfen, was für ein „gutes Leben" eigentlich gebraucht wird – und wie jeder dazu beitragen kann, dass möglichst alle Menschen ein gutes Leben führen können.

Fairtrade-Städte fördern gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene. Sie sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich für den fairen Handel in ihrer Heimat stark machen. Auch die Stadt Günzburg übernimmt hier soziale Verantwortung und unterstützt damit z.B. Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiter im globalen Süden. Mit fairen Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen insgesamt sollen sie ihre Armut aus eigener Kraft überwinden, ihre Stellung stärken und ihr Leben selbst bestimmen können. Dafür wollen sich die Stadt und die Verantwortlichen weiterhin engagieren.

Mehr Informationen und die Liste aller Beteiligten gibt es unter www.fairtradestadtguenzburg.wordpress.com.


Text: Julia Ehrlich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Günzburg

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