Aus der Region

Stark, stärker, Powerfrauen!

Schwaben Echo: „Gibt es aus Ihrer Sicht überhaupt klassische Männer- und Frauenbranchen oder werden Frauen in früher klassischen Männerdomänen und -positionen heute ebenso akzeptiert?“ 

Eva Flemisch: „Nach meiner persönlichen Ansicht gibt es keine typischen Männer- und Frauenbranchen. Jedoch gibt es in vielen Köpfen immer noch ein festverankertes Rollenbild, sowohl in Sachen Branche, als auch in Sachen Position. Mir wurde auch schon am Telefon mitgeteilt, ich solle doch wieder anrufen wenn der Geschäftsführer im Hause ist ... leider musste ich dem Herren mitteilen, dass er mit der Geschäftsführerin spricht.

Dies ist aber eher die Ausnahme. Seit über 10 Jahren bin ich nun in zwei vermeintlichen Männerbranchen unterwegs (Gebäudereinigungshandwerk und Wach- und Sicherheitsgewerbe). Selbst in der sehr männlich geprägten Verbandsarbeit hatte ich hier bisher nur selten ein Akzeptanzproblem.“

Schwaben Echo: „Trotz aller Gleichstellung: Gibt es typisch weibliche Führungsqualitäten?“

Eva Flemisch: „Sicherlich gibt es diese, so wie es auch typisch männliche Führungsqualitäten gibt und das ist ja auch gut so. Weibliche Führungsqualitäten liegen oft in der Kommunikation und Diplomatie, auch werden Entscheidungen aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet. Wo Männer häufig sehr nüchtern und zahlenbasiert entscheiden, liegt bei Frauen der Fokus auch auf den zwischenmenschlichen Gesichtspunkten. Dies kann sich hervorragend ergänzen.“

Schwaben Echo: „Haben Sie einen besonderen Tipp für Frauen, sich gegen männliche Geschäftspartner durchzusetzen, die noch von Vorurteilen geprägt sind?“

Eva Flemisch: „Mein Tipp ist, selbstbewusst, sachlich und kompetent mit diesen Geschäftspartnern umgehen, eindeutige Position beziehen und sich nicht aus der Reserve locken lassen.“

Wir danken Frau Flemisch für das offene Interview und wünschen allen Powerfrauen im Landkreis ebenso viel Erfolg wie den Männern. Denn am erfolgreichsten ist man im doch Team, wenn alle Fähigkeiten und Talente, unabhängig von Geschlechterklischees, geschätzt und gefördert werden.

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